„Blut ist dicker als Wasser“. Es ist schon ein besonders emotionaler Moment, wenn die Firmenübergabe an die Kinder erfolgt! Das „richtige Gefühl“ hat an dieser Stelle unbedingt seinen Platz, denn die Unternehmerfamilie mit Ihren Traditionen, Werten und Ihrer Emotionalität ist die „Seele“ des Familienunternehmens.

Warum scheitern dann trotzdem so viele familieninterne Übergaben?

 

Eine reine Bauchentscheidung greift zu kurz und birgt ein hohes Risiko. Eine Firmenübergabe ist komplex und vielschichtig! Ist das Unternehmen überhaupt „übergabefähig“? Ist die Familie in der nächsten Generation „handlungs- und konsensfähig“ genug, um das Unternehmen weiter zu tragen? Wer soll nachfolgen? Was, wenn die Kinder einen anderen Weg gehen? Ist die Übergabe finanzierbar und wenn ja, wie?

Viele unbeantwortete Fragen! Der folgende Text gibt Antwort! Ein integrativer langfristig-planerischer Ansatz, unter Einbeziehung aller Beteiligten, sowie der familiären, juristischen, steuerlichen und finanziellen Ebene transformiert Ihr Bauchgefühl in eine nachhaltige Strategie und eine Erfolgsgeschichte für Sie und Ihr Unternehmen.

Varianten der Firmenübergabe und Unternehmensentwicklung

„Der Vater erstellts, der Sohn erhälts, dem Enkel zerfällts!“

Schon Otto von Bismarck erkannte, vor welche Herausforderung eine Betriebsübergabe an die Kinder das Familienunternehmen und die Unternehmerfamilie stellt. Das gilt nicht nur für die Geschäftsübergabe an den Sohn, sondern natürlich auch für die Geschäftsübergabe an Töchter oder Geschwister.

Das nachfolgende Schaubild zeigt eindrucksvoll die Realität, wenn die Nachfolge innerhalb der Unternehmer-Familie nicht in ausreichendem Maße vorbereitet und geplant ist.

Nur etwas 50%., respektive 20% der Familienunternehmen realisieren eine erfolgreiche Nachfolge in der 2., respektive 3. Generation.

Überlebenswahrscheinlichkeit von Familienunternehmen - Rainer Schwarz Nachfolgeberatung

Diese Statistik, die seit vielen Jahren Gültigkeit hat, wirkt sich auf die Haltung der Übergebenden aus. Bei einer Befragung von 4.200 Unternehmer:innen im Juli 2021 durch die WHU Otto Beisheim School of Management war das entscheidende Ergebnis folgendes:

  • 50% der Befragten sind jünger als 50 Jahre, davon wollen 80 % der Unternehmer in den nächsten 2-3 Jahren „übergeben“.

Diese Übergabe soll laut Umfrage so erfolgen:

  • 12% familieninterne Nachfolge,
  • 50% Investor,
  • 21 % MBI,
  • 16% MBO

Dies stellt selbstverständlich eine Momentaufnahme dar, belegt aber auch, dass man sich in den Unternehmerfamilien des Risikos verbunden mit familieninternen Nachfolgen durchaus bewusst ist.

Und dennoch hat die Firmenübergabe an die Kinder immer noch eine große Bedeutung in den Familienunternehmen. Warum ist das so?

Hierbei können steuerliche Aspekte durchaus eine Rolle spielen (siehe unten). Wesentlich ist jedoch ein anderer Punkt. Neben allen steuerlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen, die es zu berücksichtigen gilt, ist der emotionale Aspekt ein wesentlicher. Er stellt in vielen Fällen den stärksten Antrieb hin zu einer familieninternen Lösung dar.

„Blut ist dicker als Wasser“

Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als die Weitergabe Ihres Lebenswerkes, das Sie in gute Hände geben möchten, in der Hoffnung, dass es sich innerhalb der Familie weiterentwickelt.

Familienunternehmen, ziehen Ihre Stärke, Zielorientierung und ihr Entwicklungspotential aus den Traditionen und Werten, auf denen es aufgebaut ist. Der wesentliche Wettbewerbsvorteil eines Familienunternehmens, und damit der Vorteil einer Betriebsübergabe an die Kinder, ist die Familie selbst. Wenn Sie diesen Wettbewerbsvorteil weiter wahren wollen und dies auch umsetzbar ist, dann ist die Geschäftsübergabe an den Sohn oder die Tochter der richtige Weg.

Alternative Wege

Gleichwohl gibt es auch andere Wege, sein Unternehmen weiterzugeben. Das folgende Schaubild gibt Ihnen einen Überblick über die mögliche Vorgehensweise bei der Weitergabe Ihres Unternehmens.

Mögliche Vorgehensweise bei der Weitergabe des Familienunternehmens - Rainer Schwarz Nachfolgeberatung

Mancher Lösungsweg, ob familieninterne Unternehmensnachfolge oder familienexterne Unternehmensnachfolge ergibt sich aus einer vorher durchzuführenden „Bestandsaufnahme“ Ihres Unternehmens (Übergabefähigkeit) und der Unternehmerfamilie (Konsens- und Handlungsfähigkeit). Ist die Familie nicht konsensfähig und teilt keine gemeinsamen Werte in Bezug auf das Unternehmen, scheidet eine familieninterne Nachfolge schon fast komplett aus. In diesem Falle, und ist das Unternehmen übergabefähig (wirtschaftlich und hinsichtlich der Rolle des Abgebenden), könnte ein Verkauf oder Teilverkauf in Betracht kommen. Ein Verkauf an das Management (MBO) oder einen strategischen Investor können interessante Optionen sein. Neben diesen Ausstiegs-Lösungen gibt es Vereinfachungsformen (z.B. die Realteilung) und hybride Lösungen (z.B. Teilverkauf oder Überspringen einer Generation durch Interimsmanagement). Es muss am Ende immer um die Sicherung der aufgebauten Vermögenswerte. Dies erklärt, warum eine erfolgreiche Nachfolge – gleich welcher Art – so wichtig für das Familienunternehmen und die Unternehmerfamilie ist.

 

Noch Fragen? Ich nehme mir Zeit für Ihren unverbindlichen Anruf!

Ich bin Rainer Schwarz, Diplom-Kaufmann, Management- und Family-Coach. Meine langjährige Tätigkeit als Nachfolger und später geschäftsführender Gesellschafter unseres Familienunternehmens gibt meiner Arbeit ein sehr praxisorientiertes Fundament. Ich weiß, wovon ich spreche!

Haben Sie hierzu Fragen? Stecken Sie im Prozess fest und haben neben der operativen Arbeit keine zusätzliche Zeit und Energie? Kontaktieren Sie mich jederzeit zu einem unverbindlichen Erstgespräch via Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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Die Planung und Vorbereitung der familieninternen Übergabe

Wenn Sie sich die fast schon plakative Firmenübergabe an den Sohn wünschen, dann ist eine häufig gestellte Frage:

Wie „zieht man einen Nachfolger groß“?

Nachfolger des Familienunternehmens "grossziehen" - Rainer Schwarz Nachfolgeberatung

Die „Erziehung zur Nachfolge“ ist nur ein Baustein des Plans „Firma an Sohn / Tochter / Geschwister übergeben“ (s.u. Schaubild).

Will die Familie im Familienunternehmen die Nachfolge dauerhaft etablieren, dann muss die „Vorbereitung“ schon als Kind beginnen. Gerade in diesem Alter besteht eine enge Bindung zur Familie und damit ein besonders großes Interesse der Kinder an dem, was die Eltern beschäftigt: Das Familienunternehmen! Das Interesse am Unternehmen wird quasi spielerisch geweckt. Eine oft entscheidende Grundlage für die spätere erfolgreiche Nachfolge, da auch die Ausbildung/Studium durch dieses natürlich gewachsene Interesse am Familienunternehmen eine entsprechende Ausrichtung erfährt. Der Wissenstransfer findet also von Kindesbeinen an statt. Der Prozess der Übergabe von Kenntnissen und Fähigkeiten wird durch eine klar definierte gemeinsame Zeit von abgebender und übernehmender Generation im Familienunternehmen abgeschlossen.

Familienunternehmen Wachstum Wert - Rainer Schwarz Nachfolgeberatung

Gibt es den besten Zeitpunkt der Firmenübergabe?

Antwort: Ja und nein!

Sie sollten unabhängig von der Firmenübergabe möglichst früh mit der Nachfolgeplanung beginnen. Es kann niemals früh genug sein! Die Nachfolgeplanung ist ein fortwährender Prozess, es gibt also viele „richtige Zeitpunkte“.

Wie Sie dem von mir entwickelten Chart entnehmen können, sollte die Übernahme durch den Nachfolger stets zeitlich vor den Schnittpunkten der Lebenszykluskurven (Punkte A,B) stattfinden.

Warum ist das so?

Setzt man den Lebenszyklus des Gründers gleich, mit dem Lebenszyklus seines Betriebes, dann laufen beide Prozesse synchron. Da der Einstieg der Nachfolger in vielen Fällen zu spät erfolgt (Schnittpunkte Kurven Punkte A bzw. B), verliert das Unternehmen an Dynamik (schraffierte Fläche: Umsatzrückgang durch „Generation Gap“) bis zur drohenden Beendigung der Geschäftstätigkeit. Die Übergabe erfolgt also idealerweise vor der Entstehung des „Generation Gap“. Das ist sehr theoretisch und doch so wahr.

Flankiert wird die Übergangszeit durch eine klare Kommunikation und rechtzeitige Einbeziehung aller Beteiligten (aus der Familie, der Belegschaft, der Stakeholder). Auch die Kunden gehören zu diesem Kreis der Beteiligten. Sie gehören zu den höchsten Werten eines Familienunternehmens. Beziehen Sie diese unbedingt mit ein, sobald Sie mit der Planung der Nachfolge beginnen. Durch diesen Schritt der Einbeziehung binden Sie die Kunden noch stärker an Ihr Unternehmen.

Der rechtliche Rahmen muss passen.

Eines vorab, bei rechtlichen Fragen ist stets ein Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Dies gilt nicht nur bei Überlegungen zur passenden Rechtsform des Familienunternehmens, sondern auch beim Prozess der Übertragung des Familienunternehmens auf den/die Nachfolger.

Den Gestaltungswünschen der Familie folgend entsprechende Schenkungs- aber auch Gesellschaftsverträge aufzusetzen. Wichtig hierbei, alle Verträge (auch ein mögliches Testament, Ehe- und Erbverträge) aufeinander abzustimmen. Beachte hierbei: Gesellschaftsrecht geht vor Erbrecht. Aufgrund der steuerlichen Folgen einer Betriebsübernahme muss auch der Steuerberater hierbei konsultiert werden.

Die Schenkung des Familienunternehmens: Ja oder Nein?

Die Übergabe von Eigentum durch die Eltern im Rahmen einer Firmenübergabe an den Sohn oder die Geschwister hat steuerliche Auswirkungen. Findet eine unentgeltliche Betriebsübernahme durch die Nachfolger statt, so spricht man von einer Schenkung. Die Höhe der Steuer bei Schenkungen, die sogenannte Schenkungssteuer, hängt von einigen Faktoren ab. Hierzu gehören die Höhe der Schenkung, aber auch der Verwandtschaftsgrad zwischen Schenker und Beschenktem. Es können entsprechende Freibeträge geltend gemacht werden. Je nach Rechtsform des Betriebes sind Höhe und Aufteilung des Betriebsvermögens, Haltefristen und Lohnsummen von Bedeutung, wenn die Steuerlast gesenkt werden soll.

Ziehen Sie bei einer Geschäftsübergabe an die Tochter, den Sohn oder an mehrere Kinder unbedingt Ihren Steuerberater hinzu. Zur Ausgestaltung des rechtlichen Rahmens ist auch Ihr Rechtsanwalt unbedingt zu konsultieren.

Wie finanzieren Sie die familieninterne Übergabe?

Beachten Sie: Die Finanzierung der Schenkungs- oder Erbschaftssteuer, die Abfindung von Miterben, die Auszahlung ausscheidender (geschäftsführende) Gesellschafter (bei einer vorweggenommenen Erbfolge), gleichzeitig muss das operative Geschäft refinanziert werden (Achtung: der „Wert“ und damit das Rating des Unternehmens kann sich im Rahmen der Nachfolge ändern). Das alles klingt komplex – das ist es zuweilen auch. Aber einmal angenommen Ihr Ziel ist die Betriebsübergabe an den Sohn / Tochter, dann sind dies Finanzierungsthemen, mit denen Sie sich auseinandersetzen müssen.

Dem stehen Möglichkeiten zur Steuersenkung oder -vermeidung (siehe Abschnitt „Schenkung“), die die Steuerlast senken. In jedem Fall aber rate ich zu einer strukturierten Finanzplanung dieses Themenkomplexes. Steht die Übergabe der GmbH an den Sohn / die Tochter an, dann ist die Planung einer Nachfolgefinanzierung unabdingbar. Ein Muss: Eindeutige Regelungen, an denen die Familie frühzeitig beteiligt sind. Zeitdruck ist hierbei ein schlechter Ratgeber – deshalb besser früher, als später mit der Gestaltung beginnen. Das Hinzuziehen Ihres Steuerberaters und ggfs. Ihrer Hausbank ist absolut unerlässlich.

Unternehmensnachfolge und die Steuer

Das Thema Betriebsübergabe an den Sohn / Tochter und die Steuer füllt ganze Bücherregale. Bei dieser Betrachtung würde die isolierte steuerliche Betrachtung der Firmenübergabe an den Sohn / die Tochter viel zu kurz greifen. Beschäftigen Sie sich frühzeitig mit der Übertragung Ihres Privatvermögens, nutzen Sie Freibeträge (auch mehrfach) und verkleinern Sie den Steuerprogressionseffekt. Versuchen Sie die Freibeträge eines jeden potentiellen Erben zu nutzen. Nutzen die Möglichkeit des Überspringens einer Generation, wenn in der direkten Erbfolge das Vermögen nicht benötigt wird. Beachten Sie, dass Ihr gesetzlicher Güterstand (Zugewinnausgleichsanspruch) Einfluss auf die Steuerlast hat.

Nehmen Sie unbedingt den Rat von Dritten an, wenn es um die Steuer geht. Stimmen Sie Gesellschaftsverträge, Ehe- und Erbverträge aufeinander ab. Diese Themen sind integraler Bestandteil jeder seriösen Nachfolgeplanung!

Immer wieder - typische Probleme bei der Firmenübergabe

Betrachten wir den fortwährenden, schematischen Prozess einer Firmenübergabe an die Tochter (gleich verhält es sich selbstverständlich bei der Übergabe des Betriebes an den Sohn) anhand des von mir entwickelten Flowcharts:

Familienunternehmen: Schematischer Prozess einer Firmenübergabe - Rainer Schwarz Nachfolgeberatung

Was kann man festhalten?

  • Beginnen Sie frühzeitig mit der Planung Ihrer Nachfolge. Legen Sie einen Maßnahmen-Zeitplan fest. Oft hilft eine retrograde Betrachtung beginnend mit Ihrem geplanten Ausstiegstermin.
  • Binden Sie alle Familienmitglieder, Stakeholder (auch die Kunden!), das Management und die Belegschaft zu festgelegten Zeitpunkten mit ein! Kommunikation ist wichtig!
  • Firmenübergaben sind ein integraler Prozess. Sie müssen wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche und emotionale (Familie!) gleichzeitig beachten und integrieren.
  • Halten Sie sich an das Festgelegte! Setzen Sie Ihren Plan um, das schafft Vertrauen!
  • Lassen Sie sich durch neutrale Dritte mit hohem Erfahrungswissen begleiten. Das hält Ihnen den Rücken für die tägliche Arbeit frei und ermöglicht eine Sichtweise von außerhalb der Familie.
  • Dokumentieren Sie Ihre gemeinsame Planung schriftlich in einer Familiencharta!

Diese Vorgehensweise schafft gemeinsames Vertrauen, führt die Familie zusammen (oder auch nicht – was ebenfalls Ihre Fragen bzgl. der möglichen Nachfolge beantwortet) und hat einen gemeinsamen und nachhaltigen Plan zum Ergebnis, der Ihre Vermögenswerte schützt und Ihr Unternehmen sicher in die nächste Entwicklungsstufe führt.

 

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Ich bin Rainer Schwarz, Diplom-Kaufmann, Management- und Family-Coach. Meine langjährige Tätigkeit als Nachfolger und später geschäftsführender Gesellschafter unseres Familienunternehmens gibt meiner Arbeit ein sehr praxisorientiertes Fundament. Ich weiß, wovon ich spreche!

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